Von Veröffentlicht am Mittwoch, 24. März 2021

Heute mit Osterspecial: Ostereier suchen und die Häschenschule gewinnen, wir drücken die Daumen

Doch jetzt erst mal das neue Gschichtla:

Zwei Freunde und die Bleilochtalsperre

Eigentlich war es ein ganz normales Faltboot. Konnte also zerlegt und transportiert werden. Vater erzählte, dass er und sein Freund es auf dem Rücken getragen und bei Harra in die Bleilochtalsperre in Thüringen zu Wasser gelassen haben. Dorthin fuhren sie mit der Bahn. Durchs Höllental. Die Bahn gibt es nicht mehr. Die Grenze zur DDR war… ach lassen wir das. Der eiserne Vorhang ist – Gott sei Dank – Vergangenheit.

Das Faltboot und die Selbitz

Als Vater 1930 heiratete und Kinder kamen, hörten solche Touren auf. Die Familie zog von Bobengrün nach Marxgrün. Das Faltboot wurde nicht mehr zerlegt, sondern in der Hüttn gelagert. Die Selbitz fließt nahe am Haus vorbei. So konnte das Boot zum Ufer getragen werden. Vater zeigte uns wie man ein- und aussteigt. Und wie man paddelt. So nannten wir das Faltboot Paddelboot. Als Vater eirucken musste (siehe Geschichte „Der Vater“) wagten wir uns auch schon mal allein auf die Selbitz. Ein kleiner Staudamm – das Wehr – leitet dort das Wasser zur Modelsmühle.

Drei Geschwister im Boot

Das Boot war ein Zweier. Auf dem Foto hat meine Schwester unseren kleinen Bruder auf dem Schoß. Auch herbeilaufende Dorfkinder durften mal einsteigen. Bei einer solchen Tour geschah es:

Nasse Füße und ein nasser ….

Wir paddelten flussaufwärts, hatten aber die Tiefe des Wassers unterschätzt. Plötzlich ein Kratzen und Knirschen unter uns. Nur ganz kurz war das und wir nahmens nicht weiter ernst. Erst als unsere Hosen und Füße nass wurden merkten wir, was passiert war. Das Boot leckte! Was jetzt? Ans Ufer, aussteigen, Boot rausziehen, umdrehen. Dann sahen wir’s: „Dou is a Riss!“ Glücklicherweise war der Weg zur Landestelle nicht sehr weit. So paddelte einer zurück. Naja, sein Hintern wurde halt nuch a weng nasser. 

Wie flickt man eine Faltboothaut?

Einer kam auf die Idee es mit Teer zu probieren. Woher er den hatte, weiß ich nicht mehr. Mit einem alten Pinsel schmierten wir das geschmolzene Zeug auf den Riss. Und wirklich, es gelang! Leider mussten wir später das Boot öfter mal „teern“ Die Faltboothaut wurde brüchig.

Ach ja…

als der Krieg vorbei war und Vater zurückkehrte, hat er das Paddelboot eines Tages entsorgen müssen. Auch weiteres Teeren half nicht mehr.