Ox und Esel, Studiobühne Bayreuth

„Ich bin die Birgit Franz, ich arbeite bei der Studiobühne Bayreuth und zur Zeit mache ich die Regie für unser Weihnachtsstück ‚Ox und Esel‘. Ihr kennt ja bestimmt alle eine Weihnachtskrippe, mit Maria und Josef, den Hirten, den Heiligen Drei Königen und natürlich dem Jesuskind. Aber die eigentlichen Bewohner des Stalls sind ja der Ochs und der Esel. Habt Ihr Euch schon mal überlegt, wie die beiden das ganze erlebt haben? Vielleicht so: Es ist eine bitterkalte Winternacht in Bethlehem. Ox hat endlich Feierabend und freut sich auf sein Abendessen im warmen Stall. Huch, aber da liegt doch tatsächlich ein kleines schreiendes Baby in seiner Futterkrippe! ‚Auf mei’m Heu, a su a Frechheit! Esel, Esel, kumm amal her, tu’s nau’s, tu’s sofort nau’s!‘ Aber der Esel ist sofort entzückt von dem kleinen Baby. Und ist sich sicher: ‚Das ist bestimmt ein ganz besonderes Kind! Hu, vielleicht sogar das Jesus Kind?‘ – ‚G’schmarri, wo sind denn dann seine Eldern? Die Maria und der Josef?‘ – ‚Weiß nicht, vielleicht einkaufen? Ja! Solange die nicht da sind, müssen eben wir Eltern sein!‘ – ‚Hmm, hmm, dann bist Du die Mudder!‘ -‚Ich, wieso denn ich? Wieso bist Du nicht die Mutter?‘ Um den Streit zu beenden, spielen die beiden Schnick, Schnack, Schnuck. Ox gewinnt und muss die Mutter sein. Das schreiende Kindlein wird mit frischer Milch aus dem Nachbarstall versorgt, trocken gelegt und mit einer wunderschönen Ox-Esel-Musik in den Schlaf gesungen. (klingelt). Ein Stern leuchtet durch das Stallfenster und Ochs und Esel beschließen, dass es eigentlich egal ist, wer von ihnen Vater oder Mutter ist und dass sie sich ganz einfach gemeinsam um das Kind kümmern (klingelt). (Singt:) ‚Schlaf gut, schla-schla-schla-schla schlaf gut, schla-schla-schla-schla schlaf  gut, muh-muh-muh-muh, i-ah.‘ 
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